Buchsatz für Autoren

Weißt du, was ein Schmutztitel ist? Schon mal was von Registerhaltigkeit gehört? Von „Schusterjungen“ und „Hurenkindern“? Von optischem Randausgleich und Bindekorrektur? Wenn nicht, dann ist das nicht tragisch, denn kleine Bildungslücken sind erlaubt. Solltest du jedoch AutorIn oder BiografIn sein und beabsichtigen, ein Manuskript in ein ansprechendes Buch zu verwandeln, dann musst du diese Dinge kennen. Wo aber – fragst du dich nun – findest du die nötigen Informationen?

Ich lege dir das Buch von Heinz W. Pahlke „Buchsatz für Autoren. Vom Manuskript zum Buch mit Publishing on Demand“ (Shaker Media, Aachen 2008) sehr ans Herz, denn dort findest du alles, was du wissen solltest. Pahlke präsentiert nicht nur die wichtigsten Regeln des Buchdrucks auf verständliche und nachvollziehbare Art und Weise, sondern zeigt dir auch, wie du sie mit Microsoft Office, Open Office oder Latex anwenden kannst.

Ein Beispiel: In dem Kapitel „Bewährte Regeln für den Buchaufbau“ erfährst du, dass jedes Buch einen Schmutztitel hat. Das ist die Seite vor der eigentlichen Titelseite, auf der in kleiner Schrift der Buchtitel und eventuell noch der Autorenname vermerkt ist. Greife einfach einmal ein Buch aus deinem Regal heraus, schlage die erste Seite auf und du wirst eben diesen Schmutztitel finden. Pahlke schreibt dazu: „Bei der Seitenzählung wird der Schmutztitel grundsätzlich als Seite 1 gezählt. Allerdings wird die Seite nicht paginiert, d. h. mit keiner Seitenzahl bedruckt“ (S. 37). Vielleicht denkst du jetzt: Mein Gott, wie kann ich mit MS Word nur die automatische Seitenzählung austricksen? Keine Sorge, denn im „Pahlke“ bekommst du Schritt für Schritt erklärt, wie dir das gelingen kann. Der Autor lässt den Leser also nicht mit den Computerproblemen allein, sondern gibt konkrete Anweisungen zur Durchführung. Absolut praxisnah!

Heinz W. Pahlke gibt darüber hinaus nützliche Hinweise zur Wahl der richtigen Schriftgröße, des passenden Zeilenabstands, stellt in einem Kapitel zahlreiche Schriften vor und verweist auf ihre Vor- und Nachteile. Dann gibt es ein ganzes Kapitel über typografische Details: „Ausnahmefall Auslassungspunkte“, „Bindestriche und andere Striche“, „Gänsefüßchen und mehr“ sowie „Die Auferstehung des Apostrophs“. Im Kapitel „Bilder für Buchblock und Cover“ erfährst du auch einiges über die Wahl von Farben und das richtige Einbinden von Fotos.

Fazit: Der „Pahlke“ ist eine wahre Fundgrube! Mit seinen Tipps kriegst du den Buchsatz perfekt gestaltet!

Herzlichst Claudia Cremer

P. S. „Hurenkind“ ist die Bezeichnung für die letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhafterweise alleine oben auf einer neuen Seite steht. „Schusterjunge“ ist die erste Zeile eines Absatzes, die irrtümlicherweise als einzelne Zeile unten auf der vorherigen Seite steht. Etwas kompliziert, aber ein Beispiel findest du bei Wikipedia.

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