Ein faszinierender Kontinent

Fast könnte ich sagen, letztes Jahr war mein Afrika-Jahr. Dabei habe ich keinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt. Habe weder an einer Safari teilgenommen, noch in einem Dorf im Busch gewohnt, noch eine Tour durch die Wüste miterlebt. Ich war immer nur in Köln. Und trotzdem hat mich Afrika ständig beschäftigt und begleitet – in Filmen, Romanen und Bildbänden, die mich alle auf verschiedene Weise berührt und begeistert haben. Drei möchte ich hier kurz vorstellen.

1. Der Oscar-prämierte Film „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link, der auf dem autobiografischen Roman von Stephanie Zweig basiert:

Die jüdische Anwalt Walter Redlich flüchtet 1937 vor den Nazis nach Kenia. Als er als Verwalter einer Farm Fuß gefasst hat, holt er seine Frau Jettel und seine fünfjährige Tochter Regina zu sich. Während Regina schnell dem Zauber des Landes erliegt und Freundschaften schließt, träumt Jettel von einer baldigen Rückkehr in ihre Heimat.

2. Der fesselnde autobiografische Roman „The Poisonwood Bible“ der Schriftstellerin Barbara Kingsolver (deutscher Titel „Die Giftholzbibel“):

Der fanatische Reverend Price verlässt mit seiner Frau Orleanna und seinen vier Töchtern die amerikanische Heimat, um im Kongo zu missionieren. Die Geschichte wird aus der Perspektive der fünf Frauen/Mädchen beschrieben. Jede setzt sich auf ihre Art mit den vielfältigen Eindrücken des Landes auseinander.

3. Der beeindruckende Bildband „In Liberia“ der Fotografin und Künstlerin Rendel Freude:

„Mit ihrem Buch hat Rendel Freude den Frauen in Liberia ein Gesicht gegeben. Ihre Bilder zeigen Alltagsszenen vom Leben nach Gewalterfahrungen, oder besser: mit denselben, denn diese tiefen Verletzungen von Körper und Seele, der Verlust von Hab und Gut, von Angehörigen, das kann nie Vergangenheit werden. ‘In Liberia’ ist ein Buch, das es versteht, mit Bildern Geschichten zu erzählen. Bilder, die nicht den einzigen, unwiederbringlichen Augenblick suchen, sondern deren Menschlichkeit beeindruckt.“ Hanne Herlan, Berlin

Wer weitere Lese- und Filmtipps zu Afrika hat, bitte schreiben!

Herzlichst Eure Claudia Cremer

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3 Antworten auf Ein faszinierender Kontinent

  1. Maria Schmid sagt:

    Liebe Claudia,

    mein Lieblingsfilm:
    Himmel über der Wüste von Bernardo Bertolucci.

    Und vielleicht solltest du dich doch noch einmal an Albert Sanchez Pignol wagen:

    Pandora im Kongo. Zum Inhalt:
    Im Kongo, diesem endlosen Meer von Bäumen, geschehen seltsame Dinge. Es geht auch um einen Ghostwriter.

    Ich fand das Buch klasse.

    liebe Grüße von Christine

  2. Carola Torti sagt:

    Wie wäre es mit
    Doris Lessings Autobiografie “Unter der Haut”? 1919-49. Erzählt wird vom Aufwachsen und Leben der britischen Literatur-Nobelpreisträgerin von 2007 in Rhodesien (heute Simbabwe) bis zu ihrem Weggehen nach England.

    oder

    J.M. Coetzee “Schande” – Spielt im Südafrika der Post-Apartheid: Literaturprofessor fällt wegen Affäre mit Studentin in Ungnade und zieht sich auf Farm auf dem Land zurück – und erlebt eine Gesellschaft voller aufgestauter Gegensätze und Gewalt.
    Auch verfilmt (2008) mit John Malkovich als Professor

    Oder

    Taiye Selasi (Ghana): Diese Dinge geschehen nicht einfach so, 2013
    Familienroman aus dem vergangenen Jahr, gefeiert als kosmopolitischer Famiiienroman über das Leben gebildeter, erfolgreicher Afrikaner in der Diaspora und ihrer Identitätssuche – toll erzählt!

    oder was Krasses:

    Uzodinma Iweala (Nigeria), Du sollst Bestie sein
    Der Autor erzählt aus der Sicht eines Kindersoldaten von dessen Leben – mehrfach ausgezeichnet.

    oder die No 1 Ladies Detective-Serie von Alexander Gill, über die erste weibliche Detektivin in Botswana – sehr liebenswerte Krimi-Serie. Teil 1 heißt: Ein Krokodil für Mma Ramotswe.

    Falls Du mehr Tipps brauchst – immer gerne.

    Beste Grüße

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