Was tun …

… mit den Erinnerungen an die Kindheit? An eine Zeit, die so aufregend und prägend und so ganz anders als heute war? Wie kann ich meinen Kindern und Enkelkindern davon erzählen? Wie ihnen ein lebhaftes Bild vermitteln? Diese Fragen hat sich auch Petra Kauermann gestellt, bis sie eines Tages beherzt zum Stift greift.

Die Seiten füllen sich, erste Kapitel entstehen: “Unser eigener Garten”, “Ausflüge am Wochenende”, “In den Wintermonaten”, “Das möblierte Haus”. Und Petra Kauermann schreibt weiter. In jeder Zeile spürt man ihre Freude an der Erinnerung: an den Geruch der selbst gebackenen Plätzchen, den Geschmack der frischen Erdbeeren aus dem Garten oder an Schlenkerwürstchen, Wellfleisch und “Weckewerk”. Vor allem aber sind es die Menschen, die sie in liebevoller Erinnerung behalten hat. Etwa die fürsorglichen Eltern:

“Der Schlafraum war trotz Doppelfenster so kalt, dass wir Eisblumen an den Fensterscheiben hatten. Mein Vater bereitete für uns Kinder eine Stunde, bevor wir ins Bett mussten, eine Wärmflasche her. Er machte dazu einen Ziegelstein im Ofen warm, wickelte ihn in Zeitungspapier und Fußlappen ein und legte ihn in unser Bett. So hatten wir es schön warm.” Oder die Klassenlehrerin, Fräulein Both, die die neunjährige Petra manchmal auf ihrer Lambretta (einem Motorroller) mit zur Schule nahm: “Mein Gott, was war ich stolz!”

Als das Manuskript fertig und die Erinnerungsdokumente (Fotografien, Rezepte, Kinderreime, Lieder) geordnet sind, stellt sich Petra Kauermann die nächste Frage: Wie geht es nun weiter? Sie erfährt von meinem Biografieangebot, ruft an, und gemeinsam mit der Designerin Rendel Freude gestalten wir ein ansprechendes Büchlein (72 Seiten dick) mit dem Titel “Meine Kindheit in Nordhessen”.

Ihre Biografie verteilt Petra Kauermann zunächst an Familie und Freunde. Doch dann gelangt sie zu unerwarteter Berühmtheit: Ein Artikel erscheint in der HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung) und ein ganzer Schwarm Leser meldet sich bei Frau Kauermann, darunter vier Freundinnen aus ihrer Schulzeit. “Ich habe so nette Anrufe bekommen!”, erzählt sie mir glücklich am Telefon. Und viele Buchbestellungen dazu! Welch ein Erfolg!

Was mich wieder einmal in meiner Ansicht bestärkt: Das eigene Leben aufzuschreiben, ist ein Abenteuer!

Herzlichst, Claudia Cremer

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